Güner Balci wird Neuköllner Integrationsbeauftragte

Güner Yasemin Balci hat am 1. August 2020 die Stelle der Integrationsbeauftragten für Neukölln angetreten. Als freie Autorin und preisgekrönte Fernsehjournalistin beschäftigte sich Frau Balci intensiv mit Themen der Einwanderungsgesellschaft. Ihr kritischer Blick auf patriarchale Strukturen bauen auf den langjährigen Erfahrungen ihrer Arbeit mit Jugendlichen aus türkischen und arabischen Familien in Neuköllns sozialen Brennpunkten auf. Als Integrationsbeauftragte ist Balci dem Bezirksbürgermeister unterstellt.

Die gebürtige Neuköllnerin Balci hat ihre Kindheit und Jugend im Rollbergviertel verbracht und dort über ein Jahrzehnt mit Jugendlichen und Kindern in einem Mädchenprojekt und einem Modellprojekt zur Gewalt- und Kriminalitätsprävention gearbeitet. Die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen und das Recht auf Teilhabe waren und sind das zentrale Thema ihrer Arbeit.

Viele ihrer früheren journalistischen Arbeiten zeichnen sich durch eine kritische Haltung gegenüber islamistischen und nationalistischen Organisationen aus. Gleichzeitig förderte sie als Regisseurin zahlreicher Filme zum Thema Integration die Stimmen aufgeklärter Muslime. Viele, heute renommierte und bundesweit gefragte Experten zum Thema Islam in Deutschland wurden auch durch ihre Arbeit entdeckt.

In ihren letzten journalistischen TV- und Radiofeatures hat sie sich mit der Situation und den Nöten von Einwanderern aus Südosteuropa beschäftigt und dabei vor allem die Ausbeutung von Frauen in der Armutsprostitution in Deutschland thematisiert. Die Ungleichbehandlung von Sinti und Roma europaweit war in ihrer journalistischen Arbeit ebenfalls ein Thema.
Vor allem möchte das Bezirksamt nicht rechtsextremen und völkischen Gruppierungen die Deutungshoheit über Probleme in der Einwanderungsgesellschaft überlassen. Einen Schwerpunkt für ihre neue Aufgabe in Neukölln sieht die neue Integrationsbeauftragte deshalb auch darin, die rechte Szene dort intensiv zu beobachten und den Betroffenen zur Seite zu stehen.

Quelle: Pressemitteilung BezA Neukölln
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